7 Autismus-Spektrum-Störung im Erwachsenenalter: Diagnostik und Therapie

Shownotes

Im Gespräch mit PD Dr. med. Helene Haker widmen wir uns Erklärungsmodellen für das Verständnis der Autismus-Spektrum-Störung, den besonderen Funktionszustände und Entwicklungswegen, den aktuellen Herausforderungen in der Diagnostik und wirksamen therapeutischen Ansätze für die Betroffenen. Für die Diagnostik der Autismus-Spektrum-Störung im Erwachsenenalter besteht häufig die Annahme, dass nur Spezialisten sie stellen können. Sie gilt immer noch als Herausforderung in der psychiatrischen Grundversorgung. Einerseits wird in den Social Media die Diagnose entstigmatisiert, andererseits sind Selbstdiagnosen und daraus resultierende Abklärungswünsche ähnlich wie bei ADHS zunehmend häufig und überlasten die Versorgung und Betroffene werden nicht diagnostiziert. Diese neuesten Entwicklungen fordern die Erwachsenenpsychiatrie heraus. Die Diagnostik und Behandlung von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung ist gerade aufgrund dieser neuen Entwicklungen und gesellschaftlichen Einflüsse äusserst relevant auch in der psychiatrischen Grundversorgung.

Literatur:

• Autismus-Spektrum: Neueste Entwicklungen fordern die Erwachsenenpsychiatrie heraus. Haker et al. Psychotherapie-Wissenschaft. Erscheint Anfang April 2026.

• Wie sieht die Welt durch deine Augen aus? Zur Überwindung autistischer Isolation. Haker, H. 2024. Psychotherapie-Wissenschaft, 14(2), 19–26. doi.org/10.30820/1664-9583-2024-2-19.

• Can Bayesian Theories of Autism Spectrum Disorder Help Improve Clinical Practice. Haker et al.Front Psychiatry. 2016 Jun 17;7:107. doi: 10.3389/fpsyt.2016.00107

Kommentare (1)

Thomas Lempert

Vielen Dank für den qualitativ hochstehenden Podcast und die Wahl der Interviewpartnerin. Die klaren Differenzierungen von Helene Haker sind wohltuend. In meiner psychotherapeutischen Praxis ist das seit Jahrzehnten ein hoch relevantes Thema. Was mir und meinen Patient*innen - darunter sind auch Menschen, die sich schmerzhaft eher wenig anpassen können - aber immer wieder missfällt, ist die pathologische Zuschreiben im psychiatrischen Kontext alleine auch beim Wort Störung. (Das kann natürlich als Grundthema der psychiatrischen Diagnostik gesehen werden.) Könnte nicht - wie auch in den differenzierten Benennungen von Haker - eine Art der Beschreibung versucht werden, die auf die andere Wahrnehmungsverarbeitung, andere Denkstruktur sowie auch auf fehlende oder besondere Anpassungsfähigkeiten eingeht? Gerade weil ja auch die Diagnosekriterien sich verändert haben in den letzten Jahrzehnten.

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